Erklärung // mit Fortführung

Warum gefällt uns STRESS PRESS besser als andere Zeitschriften?

Gewisse Strukturen empfinden wir als warm und angenehm weil sie Geborgenheit und Vertrautheit ausstrahlen. Andere dagegen als feindlich, kalt und abweisend. Sie erzeugen Nervosität und Unbehagen (Stress im negativen Sinne) - und zwar ganz unabhängig von ihrem ästhetischen Wert. Woher kommt das?

Unsere Gehirnzellen erkennen in vielen Formen vertraute Prinzipien, die wieder in ihnen selbst innewohnen. Sie sprechen sozusagen den gleichen universellen genetischen Code. Es entsteht eine Resonanz mit unserer Biostruktur. Vertrautheit bedeutet Sicherheit, Geborgensein. Hier wirkt also die Wahrnehmung bestimmter Formprinzipien bis in Psyche und Wohlbefinden hinein.

Ein Phänomen ist dabei die Unregelmäßigkeit in der Regelmäßigkeit. Deshalb finden wir einen handgeknüpften Teppich einfach heimeliger als ein maschinengewebten, Stoff heimeliger als Plastik, eben aufgrund der Resonanz, die so mit unserer eigenen, ja ebenfalls unregelmäßigen Struktur entsteht. Damit aber entsteht wiederum Vertrautheit, Geborgenheit - ein Gefühl der Wiedererkennung.

STRESS PRESS zeigt genau diese Unregelmäßigkeit in der Regelmäßigkeit. Man denke da nur an das Erscheinungsdatum, an die wechselnde Umschlagfarbe (bei gleichem Erscheinungsbild), an die unerreichte Vielschichtigkeit der Beiträge und dadurch, zwangsweise sozusagen, das Freimachen von den gleichmachenden Trends.

STRESS PRESS ist wie das wirkliche Leben.

Auch ein Bruchteil der auf dem Markt befindlichen Motorräder, zeigen gelegentlich das gleiche Prinzip, begründet immer in Details. Sei es ein schön verrippter Zylinder, glänzende Speichenräder oder gar ein Scheinwerferglas mit 173 zermanschten Fliegen - unerreicht von einem strukturarmen Polyäthylenverkleidungsteil, montiert vom kalten, glattflächigen Arm des Industrieroboters.

Gerade bei STRESS PRESS ist unser Gehirn in der Lage eine gewisse biologische Verwandtschaft zu registrieren. Seit vielen Jahren witzelt man doch immer wieder: STRESS PRESS sei das Urmeter der Motorradzeitschriften. Das kommt nicht von ungefähr, gibt uns die STRESS PRESS doch dieses intime Gefühl der Vertrautheit mit Archetypen unseres eigenen biologischen Codes.

Assoziiert von Propeller Bernhard

 

 

Einige Monate später schenkte mit Tho aus M eines dieser gelben Heftchen vom Reclam-Verlag. Titel: Quantentheorie und Philosophie von Werner Heisenberg.

Ich will hier nicht behaupten das ich alles verstanden hätte was ich darin gelesen habe, doch fühle ich, daß eine winzige Passage sehr gut mit vorangestelltem Text im Einklang ist. Heisenberg zitiert während eines Referates über „Das Schöne in der exakten Naturwissenschaft" einen Auszug aus „Kosmische Harmonie" vom Planeten-Kepler und da heißt es (Anfangs etwas verwirrend):

„Jenes Vermögen, das die edlen Maßverhältnisse in dem sinnlich Gegebenen und den anderen außerhalb seiner gelegenen Dinge wahrnimmt und erkennt, ist dem unteren Bezirk der Seele zuzurechnen. Es steht sehr nahe dem Vermögen, das den Sinnen die formalen Schemata liefert, oder noch tiefer, also dem bloß vitalen Vermögen der Seele, welches nicht diskursiv, d. h. in Schlüssen denkt, wie die Philosophen, und sich keiner überlegenen Methode bedient, daher nicht bloß den Menschen eigen ist, sondern auch den wilden Tieren und dem lieben Vieh innewohnt ... Nun könnte man fragen, woher jenes Seelenvermögen, das am begrifflichen Denken nicht teilhat und daher auch kein eigentliches Wissen von harmonischen Verhältnissen haben kann, die Fähigkeit haben soll in der Außenwelt gegebenes zu erkennen. Denn erkennen heißt, das sinnlich Wahrnehmbare außen mit den Urbildern innen vergleichen und es damit als übereinstimmend zu beurteilen. Proklos hat hierfür einen schönen Ausdruck in den Bildern des Erwachens wie aus einem Traum. So, wie nämlich in der Außenwelt sinnlich gegebenen Dinge und diejenigen, die wir vorher im Traum wahrgenommen haben, in Erinnerung bringen, so locken auch in der Sinnlichkeit gegebene mathematische Beziehungen jene intelligiblen Urbilder hervor, die schon von vornherein innerlich gegeben sind, so daß sie jetzt wirklich und leibhaftig in der Seele aufleuchten, während sie vorher nur nebelhaft in ihr vorhanden waren. Wie aber sind sie ins Innere gelangt? Hierauf antworte ich" - so fährt Kepler fort -: „Alle reinen Ideen oder Urformbeziehungen der Harmonischen Strukturen, wie die bisher besprochenen, wohnen in denen inne, die zu ihrer Erfassung fähig sind. Aber sie werden nicht erst durch ein begriffliches Verfahren ins Innere aufgenommen, vielmehr entstammen sie einer gleichsam triebhaften reinen Größenanschauung, und sind diesen Individuen eingeboren ..."