Zum Leitartikel auserkoren:
Einmal Nachwuchs, aber bitte erwachsen
Wie schon lange fehlt uns Altstressern der Nachwuchs (Godber jetzt versteh das nicht wieder verkehrt).
Mittlerweile sind auf Stressertreffen Kinder stets präsent, in den Anfangsjahren war es ohne Absicht anders, man war einfach noch nicht in dem Alter Kinder zu haben. In Stresserkreisen war es nie (fast nie) üblich laute Konservenmusik zu hören, ebenso fehlten Alkoholexzesse, Schlägereien, Stripshows (Siggi weigert sich heute noch standhaft) usw. bzw. sie fehlen halt nicht. Natürlich wurde gesoffen, teilweise bis zm Stillstand der Pupillen, dann wurde man eben schlafen gegangen, auch hat man am Feuer gegröhlt und etwas lautere Spielchen gemacht oder ist nachts noch mal mit dem Mopped zur Toilette gefahren, es hat halt niemanden weiter gestört.
Die „Alten Säcke“ (und natürlich Säckinnen) von heute sind früher viel unterwegs gewesen. Teilweise kam man auf über 52 Treffen pro Jahr. Da waren auch grössere Treffen dabei, auf denen gab es meistens eine Ecke in der sich die Gespann- und Tourenfahrer sammelten (möglichst weit weg vom Krach), man lernte sich kennen und zeigte Neulingen, dass es auch noch ein Motorradfahren jenseits der PapageienKombis gab, gab den Stressgedanken weiter, lud die Leute auf kleinere Treffen ein und rekrutierte so neue Stresser.
Mittlerweile ist man droh noch einige handverlesene Treffen zu schaffen, kocht in der eigenen Suppe und bekommt nur noch wenig Zulauf von Aussen, dazu kommt, dass man auch aufgrund der Kinder Leute, die so sind wie wir früher waren, eigentlich nicht mehr zu den erwünschten Leuten zählt, weil sie noch etwas lauter und „rücksichtsloser“ feiern und von uns alten, abgeklärten, allem weltlichen entrückten Stressern so weit entfernt sind wie eine XT 500 von einer R1150GS.
Also ist der Nachwuchs der kommt und bleibt fast ebenso alt, abgklärt und allem weltlichen entrückt wie wir, nur fast, denn er lässt sich ja noch auf was Neues (eben uns) ein.
Wie ich es sehe kann man so noch einige Zeit gut leben, auch sind die „Aktiven“ finanziell etwas besser gestellt als vor 25 Jahren, und wenn es uns was bedeutete, könnten wir durch Spenden auch einige Verluste auffangen!
Aber wer will das ???
Die Versuche von Nachwuchstrefen brachten auch keinen dauerhaft nennenswerten Erfolg. Vielleicht sollte man mal was riskieren, zusätzlich zu den zwei Treffen ein Nachwuchstreffen im grösseren Rahmen aufziehen, Anreise mit dem Motorrrad obligatorisch (ausser bei uns Alten natürlich), Termin in der Zeit, in der die meisten Saisonkennzeichen ein Kommen nicht zulassen, veröffentlicht in den Hochglanzheftchen, deren Namen ich zu meinem Erschrecken gar nicht kenne Bikerbörse, oder wie die neuen so heissen wie in Touren- und Motorradfahrer, Das Motorrad, Enduro, Motorrad Gespanne usw. nicht unbedingt mit Ort und Datum nur so die ungefähre Richtung, kein Fullservice Treffen, sondern eher ein Nichtstreffen zu dem auch alle Leser, vielleicht sogar Trittbrettleser kommen dürfen, auf denen die Neuen (noch nicht mal Trittbrettleser), die Alten (hoffentlich mittlerweile Abonennten) treffen und mal reinschnuppern können.
Auch kann man mit Probeheften bei echtem Scheisswetter zu den von uns sonst so gemiedenen Moppedtreffs fahren und dort anwesenden zwei Leuten den ganzen Tag versauen.
Oder bei den Kuttenclubs in der Nachbarschaft Probehefte streuen und gucken, was draus wird.
Auf der Arbeit oder in der Nachbarschaft grosszügig Probehefte an Moppedfahrer verteilen.
Also das mit dem Treffen fin ich ernsthaft bedenkenswert, Termin Mitte Dezember wäre gut, Ort Mitte Deutschland, bisher haben wir den Nachwuchs immer mehr oder minder in den eigenen Reihen gesucht.
Wer noch Ideen hat wie man an neue Leute rankommt, kann ja mal schreiben.
Also auffi auffi Ihr alten SäckeInnen
Ein nicht minder alter Sack
Colaman aus Oelde