Das Gerücht kursierte schon
seit einiger Zeit: Es gebe da einen Film, der sei "so heiß",
daß er "auf Anordnung von ganz oben" nirgends
öffentlich gezeigt werden dürfe. Zunächst wußte
niemand Genaueres. Doch nach zähen Recherchen gelang es uns,
einer der wenigen Privat-Vorführungen beizuwohnen. Hier der
Bericht aus dem kinematographischen Untergrund:
Nicht ohne meine Mühle!
Ein erschütterndes Dokument.
Dieser Film, die Leidensgeschichte einer tapferen Frau, räumt
endlich auf mit dem ignoranten Gerede von "Multikultur".
Dieser Film räumt auf mit dem Dogma, fremde Lebensweisen
müßten um jeden Preis toleriert werden.
Alles beginnt so harmlos, so verheißungsvoll:
Eine junge Frau, gebürtige Bonnerin, lernt in ihrer Heimatstadt
einen Mann kennen und verliebt sich in ihn. Zwar stammt er aus
einem völlig anderen Kulturkreis, doch er lebt hier schon
seit Jahren. Er scheint sich assimiliert zu haben und macht einen
ganz kultivierten Eindruck: Er spricht fast akzentfrei Deutsch,
versteht etwas von gutem Essen, trägt durchaus westliche,
städtische, beinahe elegante Kleidung; er kann sogar charmant
sein, kurz: Der ideale Ehemann! Doch an der Sache ist ein Haken:
Der Mann ist Stresser.
Die heiratswillige Bonnerin wird
von ihren Freundinnen gewarnt: Stresser? Das ist doch eine ganz
andere Mentalität. Weißt du denn nicht, was in den
Kreisen los ist...? Allein, Liebe macht blind. Die beiden heiraten,
und bald darauf - inzwischen hat sie ein Motorrad - fährt
das junge Paar zu einem "Treffen".
Bereits nach Verlassen der asphaltierten
Straße, am Eingang des Treffenplatzes, beginnt das Martyrium
von Frau und geliebtem Motorrad ("meine Mühle!"):
Bei der Begrüßung von Stress-Kollegen fällt der
Mann in das Kauderwelsch seiner Herkunft zurück. Bis zum
Ende des Films wird er kein verständliches Wort mehr von
sich geben. Ein Mit-Stresser mit unverständlichem Namen weist
den beiden einen schlammigen Zeltplatz zu. Auf dem Weg dorthin
passieren sie etliche Zelte und Motorräder. Stresser, die
an Benzinkochern hantieren, säumen den Weg. Oh, trügerische
Idylle! Als die unglückliche Ehefrau die Begrüßungs-Knoblauchzehe,
die ihr am Treffen-Eingang gegeben worden war, tränenüberströmt
ausspuckt, wird sie von einer aufgebrachten Menschenmenge fast
gelyncht. Ihr Mann läßt nun die letzte Maske fallen
und herrscht sie an: "Wann'd des nochemol machsch...!"
Eindringlich untermalt die Filmmusik die immer bedrohlichere Stimmung
in Stresser-Kreisen: "Hermann Löns - es brennt die Heide..."
Samstag abend. Ekelerregende Szenen
spielen sich ab. Nach Entfachen des Lagerfeuers wird vor den Füßen
der jungen Frau nach altem Ritus grausam eine Dose Pfirsiche geschlachtet.
In Großaufnahme sehen wir, wie eine Flasche Eierlikör
geköpft und deren Inhalt über die inzwischen geflämmten
Pfirsiche geleert wird. Es gibt ein großes Fest, bei dem
ohne Unterlaß eine Flasche Rum nach der anderen hingerichtet
wird. Die Frau, willenlos gemacht durch Hefeweizen und in Friesengeist
ertränkte Himbeeren, denkt: "Na ja, vielleicht wird's
ja ganz gemütlich."
Doch schon wenige Treffen später
wird sie von den Freunden ihres Mannes gezwungen, tagein, tagaus
mit ihnen Knoblauch zu schälen und ihn unter Erdbeermarmelade
und Schokobonbons zu mischen. Abends, wenn der Mann bis zu den
Ellbogen in den Eingeweiden seines Motorrades wühlt, versucht
sie, ein paar Brocken Stresserisch zu lernen. Das eigentliche
Eheleben liegt brach. Der Gatte, in Bonn noch ein leidlich geschickter
Liebhaber, besteht plötzlich auf Nächten im Seitenwagen.
"Um Kilometer zu machen", wie er sagt.
Jede Nacht weint sich die Frau in
den Schlaf. Längst benutzt sie nur noch Baumwolltaschentücher,
weil diese angeblich "besser Öl aufsaugen". Wenn
sie zum Einkaufen aus dem Haus geht, muß sie eine Belstaffjacke
und einen Halbschalenhelm anziehen.
Eines Tages entdeckt sie auf der
Maschine eines Stressers den Aufkleber "Wir brauchen keine
Hauptstadt!" Da beschließt sie zu fliehen. "Aber
nicht ohne meine Mühle" sagt sie anklagend zu ihrem
Mann, der schon längst kein Deutsch mehr versteht. Sie befreit
ihr Motorrad von den entsetzlichen Eigenbau-Alu-Koffern und entkommt
bei Nacht und Nebel ins nächste Holiday Inn. Auf abenteuerlichen
Wegen schafft sie es schließlich, sich nach Bonn zum Wasserwerk
durchzuschlagen.
Happy End? Ja und nein. Wieviele
Frauen teilen noch das grausame Schicksal, dem die junge Bonnerin
so knapp entkommen konnte? Frauen aus Städten an allen Straßen
der Welt! Gewiß, der Film enthält Szenen, die zarter
besaiteten Naturen schlaflose Nächte bereiten können.
Aber ist das ein Grund, die Verbreitung der Wahrheit zu verbieten?
In Bonn, so heißt es, fürchtet man bei einer Freigabe
des Films um den Bestand der Bundesrepublik. Diese Angst ist berechtigt.
Bov Bjerg/Hans aus Großsachsen