Stress- Press- Lesertreffen Seiffen


Schwaben im Erzgebirge oder Wind auf dem Berg


Der Sommer geht zur Neige, man denkt über Winterhandschuhe, dicken Pullover und für die komfortabel reisenden Leser auch über Sitzkissenheizungen nach.

Bei klassischer Hack- und Packordnung übernimmt in schwäbischen Landen das gestandene Mannsbild die Rolle des Aus-richters- Sozia darf sich dann zwischen Gepäckrollen und sperrigen Tischgar-nituren im Beiwagen platzieren, soweit sie nicht selber fahren will, quasi lieber den luxeriösen Komfort in Anspruch nimmt.

Ein erster und letzter Blick auf die Karte zeigt uns unser Grobziel uns irgendwie kam man auf die wahnwitzige Einigung, sich Freitag abend auf die A6 Richtung Nürnberg zu wagen- und das am verlängerten Wochenende!!!Wir waren nicht die einzigen und so dauerte es mit dem Gespann entscheidend länger- andere Solofahrerinnen benutzen Seitenstreifen und ziehen anderweitige Konsequenzen- und ich fühlte mich den LKW- Auspuffen sehr nahe und verbunden. Nachdem es mittlerweile ziemlich spät war und auch kalt wurde, stellten wir fest, dass der Anschluss des Sitzkissens nicht dem Gegenstück an der BMW glich- dies vorläufig zum komfortablen Reisen im nagelneuen Seitenwagen einer Karl Dall BMW.

Naja, die A9 war eigentlich nur die Fortsetzung des Dramas und wir gönnten uns `ne Zwischenübernachtung- Weichei, Vernunft, Nase voll, Gereiztheit- mir doch egal! Denn, am Morgen durch mein geliebtes Erzgebirge zu fahren, die hügeligen Serpentinen- wo auf einmal riesengroße Windräder am nahen Horitont kleben, es gleich darauf steil bergab geht und ein herrliches Kribbeln durch den Bauch fährt. Schlechte Straßen, Niemandsland, Natur pur- wir machen ja schließlich Urlaub. Und dann fährt man ein nach Seiffen- irgendwie ähnelt es Rothenburg und ich fühle mich sowieso zu Hause.

Wimpelgesäumt erreichen wir Hans als Zirkusdirektor mit Campingcharakter, Adjudant Achim stets mit Rat und Tat an seiner Seite. Karl Dall BMW bekommt eine Pupille!!! Dumme Sprüche auf allen Seiten, zum Glück weht der Wind so kräftig, sonst würde man`s im Kopf nicht aushalten. Haus aufbauen bei böigen Voraus-setzungen, unendlich viel Gepäck wird aus dem Seitenwagen zutage gefördert und man fühlt sich angekommen. Habt ihr den herrlichen Sternenhimmel gesehen- oder ward ihr mit den Nichtschwaben so "supergünstig" essen jenseits unserer Gefilde? Die aufschlussreiche und äußerst informative Redaktion-ssitzung ist wohl allen bekannt und deshalb nicht unbedingt erwähnenswert.

Und wenn man woanders ist, dann sollte man sich auch umschauen- also, zu Fuß nach Seiffen mit 5 Schwaben ( eigentlich vier, aber den einen Neigeschmeckten bezeichne ich jetzt der Einfachkeit halber auch als solchen > gruppendynamischer Zwang !) Man gibt sich locker und pilgert `gen Spielzeugmuseum. Eine informative Sache, `ne Menge Nepp, aber auch viele schöne Dinge und man kann sich auch mehrmals anhören, dass einige Leute bereits dann und dann hier gewesen sind und blablabla...! Ab und an donnert ein Gespann durch die Touris und man freut sich, sich zu kennen.

Und nun geht`s irgendwann um`s Essen und da beginnen sich langsam die Geister zu scheiden, was Anspruch an Nahrung und Service betrifft.Trotzdem geht`s uns gut und auf einmal kommt diese Lust an Nepp auf und einer nach dem anderen stürmt so einen Souvenierladen und gibt sich seiner kindlich naiven Freude hin- und kommt mit einer fetten Plastiktüte wieder `raus.

Und was unterscheidet uns jetzt noch von den übrigen Touris, über welche wir milde lächeln? Vielleicht unsere Kleidung, oder das individuelle Reisen, vielleicht auch garnichts? Ich jedenfalls habe in mich reingelächelt und mich an meinen schwäbischen Weggefährten erfreut!!

Der Höhepunkt war wohl Siggi mit ihrem unwiderstehlichen Outfit zur Pokalverleihung- klasse!

Ansonsten `ne Menge Blech, Hochstapelei, Bier und Spass. Meinen Ohren und Kopf waren am Ende der Tour trotz Ohrenstöpsel überstrapaziert und ich finde, der Komfort lässt im Anhängsel der Karl Dall BMW noch zu wünschen übrig.


Für Hans: Du, ich bemühte mich ständigst und immerwährend, deinen Anforderungen an Rechtschreibung, insbesondere der Kommasetzung, in diesem und folgenden Artikeln gerecht zu werden und kann nur hoffen, du vergibst mir und wir können auch weiterhin in deutscher Sprache miteinander kommunizieren.Danke!!!



Boxerfahrende Jagsttalbewohnerin



Hallo Wolfgang!

Na, biste jetzt trendy mit dem Handy??

Helden

Def.Heldensage: Dichtung, in deren Mittelpunkt ein Held steht, häufig ein Krieger ( oder BMW- Fahrer), der sich durch Tapferkeit und ruhmreiche Taten auszeichnet. Heldensagen gehören zu den frühesten Überlieferungen und spielen meist in der Frühgeschichte eines Volkes...

Es gibt nur noch sehr wenige davon in unserer Zeit und ich möchte mich zweier dieser elitären Randgruppe widmen.

Es ging eigentlich damit los, dass paar Leute eingeladen wurden, um ein Fest zu feiern.Da Platz vorhanden, animierte ich zum Zelten und Lagerfeuer machen. Da meine berufliche Ausrüstung gut durchwachsen ist, gab es also auch genug Werkzeuge, auch motorisierte, um nötiges Beiwerk für eben diesen lichten und warmen Mittelpunkt unseres abendlichen Plauschplattes zu richten.

Nicht alle haben die Möglichkeit Maschine bzw. Beiwagen unendlich mit Gepäck zu beladen. So gibt es eben auch weniger praktische Fahrzeuge, insbesondere aus dem süddeutschen Raum bzw. Berlin, welche ohne Häuschen, dafür mit viel Tatendrang, anreisten. Natürlich müssen erst die sphärischen Kräfte vom Himmel des Jagsttales geholt werden, um sich dann voller Energie mit kompletter bayerischer Sicherheitskleidung ans Tagwerk zu wagen.

Es war nur gut, diesem Eifer und Enthusiasmus zuzuschauen , wir hatten es wirklich gemütlich und die gleiche Person gab unendliche Anektoden zum besten. Schade, dass dein BMW- Gespann nicht läuft und wir in Seiffen auf dich verzichten mussten. Wir hätten sicher viel Spaß miteinander gehabt.


Und dann gibt`s noch den anderen, genau der, welcher so tapfer Stunde um Stunde im Stau auf den BAB`s A6/A9 etc. Kupplung, Gas und Bremse unermüdlich betätigte. Auch er bekommt den hohen Titel eines Helden zugesprochen. Denn, auch wenn`s oft echt ätzend ist im Beiwagen, aber man hat wenigstens die Möglichkeit, solche Zeiten mit süßen Träumen zu kompensieren und alle Verantwortlichkeit von sich zu weisen. Also, es gibt da noch öfters Lagerfeuer und Holzbedarf. Wenn man auch Motorrad fährt und sich ab und an bewegt, für Hüter eines Bürosessels sicher keine alltägliche Arbeit, Kettensäge und Spalthammer handzuhaben in kontinuierlichem Tempo. Da fällt es sicher leichter, `mal `ne Megatour auf dem Gespann abzuzockeln im Trippeltrappeltrab. Außer Photos keine Worte mehr, macht euch doch selber ein Bild...

Grüße nochmals aus dem Jagsttal