Stress Press International
Nach 1985, als wir die rohen Eier wie Kartoffeln schälten (Bericht in SPI Nr. 32), und 1986, als ich bei J. A. im Squire die in jeder Hinsicht vereiste Planseeanfahrt schaffte, mußte ich es mir mal wieder antun. Plansee im Winter ("Nachtgedanken" SPI 38). Es ist einfach schön.
Auch 1992 hat der in einem Hochtal liegende See nichts von seinem Reiz verloren. Tagsüber, wenn die Sonne knapp über die Berge, durch die vereisten Baumwipfel blinzelt, und der Schnee hell unter den Stiefeln knirscht und auch Nachts wenn vom frostversiegeltem See, daß immer wiederkehrende bluuubb der Luftblasen zu hören ist die vom Seegrund unter das Eis aufsteigen. Es ist ein Erlebnis.
Ihr kennt das Gefühl: Es ist 19 Uhr man hat die erste Flasche Chianti Classico hinter sich und wundert sich warum es immer noch nicht Mitternacht ist. Eben in dieser Situation hab ich mir noch einen kleinen Imbiß genehmigt. Nichts großes, Salami mit Brot. Dazu, ein bißchen Meerrettich.
Nach einem weiteren Becher Wein, hab ich mich dann in meinen Schlafsack verzogen und...
...den Löffel im Meerrettich stecken lassen.
Am nächsten Morgen konnte es dann gekostet werden. OK, Ihr ahnt es schon: MEERETTICH-EIS.
Was soll ich sagen, es schlägt das Knobieis um Längen! Das Meerettichglas war zylindrisch, und so konnte ich den Meerrettich wie ein Eis-am-Stiel bequem herausnehmen und am Löffel lutschen.
Nächstes Jahr werde ich es wohl wieder einrichten zum Plansee zu fahren - natürlich nicht nur wegen dem Meerettich-Eis.
Propeller Bernhard
(aus SPI Nr. 62)
Letzte Aktualisierung: 01.03.1996