Bei so vielen guten Geschichten
vom TÜV fällt mir dazu nur das erlebte Gegenstück ein. Computergestresste
Schalterbeamtinnen auf der KFZ-Zulassung, die eine nimmerendende Schlange vor
sich stehen hat und mit immer gleichen Formularen, Kontrollen und Handgriffen
den Vormittag durchstressen.
Einer davon musste
ich vor ca. 3 Jahren mal eine Abwechslung bringen. Ehrlich, eigentlich kann
ich nu nix dafür aber ....
Ein Motorradwechsel,
gedanklich schon seit längerem geplant, ist nachdem die Kohle zusammen
und das richtige Angebot da war, möglich geworden.
Der Vorbesitzer-
auch gleichzeitig Erstbesitzer, war Inhaber des Führerscheins Klasse la.
Die Maschine, ordnungsgemäß wie 's sich gehört, war auf 34,
PS gedrosselt mit Einträg im Fahrzeugschein.
Da ich nicht mit
34PS herumquietsche, hätte ich normalerweise zum TÜV gemusst tun die
Entfernung des Drosselsatzes mir in den Brief eintragen zu lassen. Diesen kostenverursachenden
Weg habe ich dann unterlassen, da Irrerweise im KFZ-Brief die offene Leistung
eingetragen war.
Schein und Brief
haben in Leistung, Geschwindigkeit und Bemerkungen und im Fahrzeugscheinkopf
unterschiedliche Angaben enthalten (M.LB. stand da noch). Laut meinem Vorbesitzer
wäre dies bei der Fahrzeugübergabe durch den Händler seit damals
so gewesen. Bei der letztlich durchgeführten TÜV Prüfung habe
ich den Fachmann mal gefragt wie dies sein könne, der darauf ebenfalls
Kopfschüttelnd meinte das gäbe es nimmer nicht. (Kapier' auch ich
beute noch nicht)
Jedenfalls ich mit
den zwei unterschiedlichen Fahrzeugdokumenten mich bei Zeiten in die anwachsende
Schlange eingereiht. Hoffnung bestand darin, das es nicht bemerkt wird.
Die Routinehandlung
wurde vollführt bis zu dem Moment, als ich dachte "Thema gegessen".
Da hat sie es geblickt. Nun wollte sie ausgerechnet von mir wissen, wie dies
sein könne. Mein Schulterzucken veranlasste sie daraufhin zur Korrespondenz
mit umgebenden Kollegen.
Die Schlange der
düster Dreinblickenden wurde nun gleichzeitig an mehreren Schaltern länger.
Auf die Frage welche Daten sie eintragen solle erklärte ich, dass der Drosselsatz
von mir ausgebaut worden wäre und zog die Blechteile aus meiner Jackentasche.
-Patsch. Nein das dürfe ich nicht, dafür benötigte sie einen
Händler- oder TÜV Nachweis. Die gedrosselte Version in den neuen Fahrzeugschein
übernehmen, während im Brief etwas anderes steht, dürfe sie aber
auch nicht. Ob ich mir nicht vom TÜV den jetzigen Leistungszustand bescheinigen
lassen könnte ggf.. Brief ändern, kam daraufhin die Frage von
ihr. Die Gegenfrage von mir lautete, ob sie nicht mit mir auf den Parkplatz
gehen möchte, da körne sie ja selbst mal gucken !
Ich sah das Verlangen
nach der Mittagspause in ihrem Gesicht stehen.
Ein aufhellender Blitz ging
plötzlich durch eben dieses - für was hat man schließlich einen
Vorgesetzten ? Nu war sie die nächsten 10 Minuten verschwunden, und die
Schlange wurde länger !
Ja schade, und dann
ist das Ganze ganz unspektakulär zu Ende gegangen.
Der Chef muß
wohl zu Ihr gesagt Laben, das ausschlaggebend der Brief ist. Ohne Einflussnahme
sonstiger Gutachten, sind eben diese Daten zu übernehmen. Der Schein wandert
eh' in den Schretter. Vergessen und Vergeben. TÜV Vorführung hat der
liebe Chef nicht verlangt.
Hätt ich die Motorleistung auf die Art drosseln wollen, hätt's vermutlich
anders ausgesehen.
Das vorhandene Drosselgutachten
für die Blechteile übrigens, habe ich nicht vorgezeigt, das hätte
nur zuviel Verwirrung gestiftet !!
Abgesehen vom Zeitaufwand,
war es ein abwechslungsreicher und unterhaltsamer Behördenakt.
Brummi