Heiwo hat fleißig grundiert und lackiert und so komme ich wieder zum Zug, die
herumliegenden Teile (inzwischen hab' ich mein "Ordnungssystem" in seiner Garage
eingeführt) zu einem funktionierendem Moped zusammenzustecken. Es soll wieder
zusammenwachsen, was schon mal zusammen war. Doch wieso z.B. wackelt der
Japsenvergaser im Ansaugstutzen und zieht Falschluft wie Inge Meysel's Gebiß?
Wieso krieg ich das Hinterrad ums Verrecken nicht fest? Weshalb schleift ständig was
in der Hinterradbremstrommel? Und warum in Dreiteufelsnamen packen die
Motorhaltebolzen nicht in die dafür zuständigen Gewinde? Wieso kommt kein Saft
an die Batterie?

Bei soviel unheimlichen, unerklärlichen Vorfällen hätte man sich in der guten alten
Zeit in unserm Dorf ein Weib geschnappt, als Hexe erklärt und verbrannt und schon
wär' der Spuk vorüber. lm Prinzip richtig, find' ich, und ich wüßt auch ein paar
Adressen. Doch die guten alten Zeiten sind vorbei und so gilt es nachzudenken.
Eines meiner leichtesten Übungen

  1. Vergaser steckt (wegen seines geringeren Durchmessers) in einer Buchse, die
    Falschluft durchlässt. Dieser Fehler hat wahrscheinlich den Vorbesitzer so entnervt,
    daß er die Kiste verstoßen hat. Originalvergaser einbauen und der Fisch ist geputzt.
  2. Distanzbuchse vom Hinterrad war von der kleineren 150er deshalb etwas
    kürzer,da kannste die Achse wie'n Ochse zuwürgen, die bleibt lose,denn den
    Unterschied siehste nur im direktem Vergleich
  3. Originalbremsbacken wieder montiert und es hat sich ausgeschleift, jetzt bremst
    Bremse nurmehr beim Bremsen.
  4. Nach Erfindung vieler neuer Flüche und eines genialen Tricks ist der Motor
    endlich wieder mit seinem Fahrgestell vereint. Uff!
  5. Heiwo findet den ersten (und sicherlich nicht den letzten) Kupferwurm seines
    Lebens: Diodenplatte im After,
    schickt seinen Nachbar in dessen wohlgefüllten
    Ersatzteilkeller nen neuen zu holen,
    eingebaut, Ladekontrolle erlischt wie sichs
    gehört, Jubel in Nbg-Süd!

Nun gehts mächtig voran, Kiste komplettieren, Licht, Blinker, Schalter etc.und mit
leichter Hand ein paar bunte Käbelchen über dett janze verstreut, Vadder unser 's
Spezialität. Naja, Heiwo hat später hier und da noch etwas gerichtet, wie's
der Schaltplan halt so will und er hat mit seinem unbedachtem Tun bestimmt einige
wertvolle, von mir angerichtete Kupferwurmkulturen zerstört. Er wird schon merken,
wo er damit hinkommt, er wird überall hinkommen, direkt langweilig, so' ne penible
Schaltplaninstallation. Meine Kupferkabelverzwirbelungsinstallationstechnik hat -



jedenfall bis jetzt durch relative Zuverlässigkeit und hohen Unterhaltungswert geglänzt. Die Hälfte meiner SPI Geschichten sind der beste Beweis dafür. Inzwischen hat der von uns wiederbelebte ,Erich' seine zweite Jungfernfahrt (gibts sowas eigentlich, biologisch, mein ich?) problemlos hinter sich gebracht! Auf dem zweiten oder dritten Kick war er da! Probleme, die Oberbayern in Oberbayern zur schieren Verzweiflung treiben, lösen wir hier locker mit links! Und mit'm Schaltplan von MZ! Wir Franken - Bayerns Elite!
Beim Aufbau seines Beiwagens mußt ich Heiwo leider alleine lassen, denn es bahnte sich neues Unheil an; mir lief selber ein Gespann zu, ratet mal, welche Marke!

zum dritten Teil der Trilogie: "SCHLAFLOS die Dritte"

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