Geschichten aus dem MZ-Asyl, Teil 1:
....dann klappt's auch mit dem Nachbarn!
Nicht was ihr wieder
denkt, aber mein Nachbar (Mederer's Vadder) und ich, HEIWO (ich bin männlich!!)
haben vieles gemeinsam: er ist genauso wie ich ein Fachmann für GASWASSERSch...,
ist schon älter als ich, hat eine verständnisvolle Frau und wohnt
eigentlich links und rechts von mir. Links von mir heißt in der Garage
bei seinen Mopeds und rechts bei seiner Frau. Eigentlich ist diese Einteilung
nicht ganz richtig, denn manchmal stehen die Maschinen auch im Garten, auf der
Terrasse, vor dem Haus und seit neuestem auch in meiner Garage!!
Und das kam so:
Ich zog vor zirka
sechs Jahren in diese friedliche Gegend und wunderte mich gleich über meinen
netten Nachbarn (Mederer's Vadder). Ich baute das Haus etwas um, es wurde dabei
manchmal laut und spät. Das störte die Nachbarn nicht. Bis ich den
wahren Grund erfuhr: das erste Motorengeräusch eines seiner MZ-eten ! Da
war mir klar: wer das aushält, hält auch Baulärm aus! Ich fuhr
selbst eine Zeit lang CB 400 oder NTV 650, beim BRK mal BMW, aber MZ kannte
ich nur vom Namen. Zu dieser Zeit hatte ich aber kein Zweirad (Familie, Kinder,...).
Er lud mich mal ein eine Fahrt zu machen, was ich aber dankend ablehnte. Wir
unterhielte uns eigentlich immer ganz gut, aber wenn ich die Geschichten von
seinen (Un-)Taten hörte, war ich von IHM und nicht von seinen Maschinen
begeistert. Da er ja gerne schraubt, hatte er viele Teile rumliegen aber so
eine richtige Maschine mit allem dran, sah ich selten. Wenn eine lief wurde
sie entweder verkauft oder verbessert Manchmal erzählte er auch von seinen
Ausflügen bis nach Schwabach (8 Kilometer!!) wo er schon real stehen blieb.
Das war kein Ansporn für mich. So vergingen sechs ganze Jahre für
mich ohne Mopett und ich wurde immer zappeliger. Eines Tages standen wir im
Garagenhof und er erzählte mir, dass er eine neue MZ aufgefunden hätte,
die kurz darauf in einem Transporter angeliefert wurde. Ich sah im Gedanken
schon wieder krumme Gabeln, verbeulte Tanks und was man sonst noch für
ein richtiges Motorrad so braucht. Als ich aber bei offener Transportertür
sah, dass die Kiste ohne Krücken auf zwei Rädern stand, mit Sitzen,
Lenker und sonstigem Zubehör, außerdem grün war, erkannte ich
nach seiner Erklärung eine MZ ETZ 250 A. Es war warm, Mopettwetter, und
ich sagte spaßeshalber das die ja was für mich wäre (wenn sie
funktioniert!). Wir wurden uns gleich nach dem Abladen einig dass, wenn sie
läuft, ich sie kaufe. Zwei Wochen lang hörte ich die Gelenke Krachen
(vom Mederer!) die Schraubenschlüssel klappern und das Fett quietschen.
Sogar seinen Kumpel, den Elektro- Blaubär hat er nicht gebraucht (oder
hast du geschwindelt, Nachbar?) Und was soll ich sagen, sie lief.!! Ich fuhr
das Ding und war begeistert.
Nach einer heißen
Anmeldeschlacht war sie mein, mit Kennzeichen N-VA 250. Dem Mederer hat's fast
leid getan so ein komplettes Stück zu verkaufen Ich hoffe auf sein Verständnis.
Seit Anfang September 2000 lauft das gute Stück für mich, aber wenn
wir uns in unseren Garagen besuchen wird beim Verlassen seit neuestem Taschenkontrolle
gemacht! Nur noch eine Frage hätte ich bis jetzt 2500 Kilometer gefahren
und noch kein Defekt, ist das normal bei DEM Ziehvater?
Grüße
euer HEIWO