Aufruf!
STRESS PRESS Lesertreffen- und Gespanntreffenbesucher können in ihrem Reisegepäck Kleinstinstrumente mitführen oder haben ja sowieso ein Werkzeug im Tornister, das ohne Zweifel auch hervorragend zur Herstellung von Musikinstrumenten geeignet ist, ohngeacht all seiner je nach Ausführung anderer vielfältiger Einsatzbereiche, nämlich ein Messer!
Allerdings sind da natürlich verschiedene Handwerksfähigkeiten des Stressers maßgebend. Doch wer in der Lage ist, Urals, Dneprs, MZten oder Boxer am Laufen zu halten, kann handwerklich nicht völlig blank sein. Jetzt kommt natürlich der Einwand: "Ich bin total unmusikalisch" oder "da ich immer ohne Ohrstöpsel Vollgas fahre, habe ich sowieso (je nach Helm und Verkleidung) ein 86 Hertz Dröhngeräusch oder einen höherfrequenten Sinus-Dauerton im Ohr".
Faule Ausreden, dem kann nämlich vorgebeugt werden! Außerdem gelingt ja auch die akustische Abstimmung und Synchronisierung der Zwei- bis Fünfventiler Ein- bis Sechs-Zylinder Vergaser- und Einspritzanlagen ohne Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel, sozusagen mit dem blanken Ohr. Wer die Elektronen in den Motronikmodulen hören kann, kann sich nicht herausreden. Und wer die feinen Unterschiede zwischen Hoske- und Lafranconitüten, Vier-in-Ein- oder Ein- in-Sechs-Orgeln kennt, darf sich nicht herausreden!
Ja was will er denn eigentlich, der Verfasser dieses Aufrufs, fragt sich der Leser zu Recht.
Also wie das SPILT in Glücksburg die Esse der Frage war: Können, wenn auch stilistisch noch so gelungen, Leuchtstofflaternen die Wärme und Stimmung eines Lagerfeuers ersetzen? Wie das SPILT in Teutschenthal die Kloake der Frage war: Wieviel Stresser gehen solange zum Kruge bis der Brunnen kotzt? So sollte dieses Lesertreffen bei Wolfsburg die Wartburg der Frage werden: Heben am Lagerfeuer ein paar Lieder die Stimmung?
Wem das SPILT in Burghausen in Erinnerung ist, der weiß sicher noch, daß an einem Abend eine recht begabte Stresserin gut geklampft hat. Und wer es noch nicht weiß, dem sei es hier verkündet, Godber hat eine wie maßgeschneidert in einen BMW-Touringkoffer passende Ukulele. Gespannfahrer sind in der Wahl der Instrumente natürlich nicht so eingeengt; habe ich schon auf meiner R 80 Solo mein Alphorn erfolgreich über 20 km transportiert.
Es gibt nun auch Instrumente, die so klein sind, daß gleich mehrere davon z. B. in das winzige Ablagefächlein unter dem Bürzel der R80 Sitzbank passen: Nasenflöte, Kazoo, Maultrommel, Mundharmonika, um nur einige zu nennen. Außer der Mundharmonika können die anderen Instrumente eigentlich ohne große Vorübung gespielt werden. Sie verleihen dem aussströmenden Atem nur einen spezifischen Klang, die Tonhöhe regelt das Volumen der Mundhöhle.
Noch preiswerter, weil sie gar nichts kosten, sind Grashalme verschiedener Breite, und mit ein bißchen Übung bringt man/frau sogar mehrere Töne heraus. Aus Haselstauden oder ähnlichen Sträuchern lassen sich mittels Messer Flöten schnitzen. Auf Kämmen läßt sich 's blasen, und Sägen liegen auch meist herum. Mit einem Textbuch läßt s sich besser singen, da haben dann auch gleich mehrere denselben Text. Zu diesem Zweck bringe ich 25 Stück des von mir faksimilierten "Tourenfahrers Liederbuch" der Herausgeber W. Kremer / S. Liversidge zum SPILT 96 mit. Sozusagen eine Jubliläumsedition zu 20 Jahren STRESS PRESS INTERNATIONAL.
Lagerfeuer und Lieder: da können wir uns dann wieder richtig auf die heimische highend-hifi-hightec Quadrophonie freu'n, da sehen wir klarer und besser:
Mensch sein ist gut,
Zusammensein ist STRESSER !
Tho aus M